AppStore: Goldgrube oder Friedhof?

Posted on Juli 9, 2009
Gespeichert unter Allgemein, AppStore, Besonderes, Hintergrund | 3 Kommentare

Über 40.000.000 Millionen verkaufter iPhones und mehr als 1.000.000.000 Downloads im AppStore lassen schnell den Eindruck aufkommen, dass man als Programmierer mit dem iPhone ziemlich schnell ziemlich viel Geld verdienen kann. Es scheint so, als ob sich eine Art Goldgräberstimmung breit gemacht hat. Jeder möchte beim großen Abkassieren dabei sein und so finden täglich neue Applikation den Weg in den App-Store von Apple. Die Realität sieht freilich anders aus. Genauso wie damals beim Goldrausch am Klondike werden nur einige das große Los ziehen und mit ihren Applikationen richtig Geld verdienen können.

Ein Großteil der Anwendungen verschwinden Ratz-Fatz in den Tiefen des App-Stores und werden nie wieder gesehen. So ist der AppStore sicherlich ein beachtlicher Software-Markplatz aber gleichzeitig auch ein wahnsinnig großer Friedhof.

Auch wenn Apple nicht müde wird die wenigen Perlen, die es tatsächlich zu Ruhm und Ehre und damit zu ordentlich Einnahmen gebracht haben, hervorzuheben ist doch deutlich klar geworden, dass eine gute Anwendung alleine nicht ausreicht. Vielmehr spielt das Glück eine große Rolle und das Marketing hinter einem Release. Ohne geschickte Bekanntmachung und einer Idee zur Verbreitung wird keine App eine große Chance haben es in die Top-10 Listen zu schaffen.

Interessant fand ich zu diesem Thema auch den Bericht von Rick Strom, der es gleich mit 3 Anwendungen bisher in die Top-100-Listen geschafft hat. Reich ist Rick dadurch aber nicht geworden. Ganz im Gegenteil: Mit seiner besten Platzierung, dem 34. Platz in der Kategorie Social Networking, verdiente er gerade einmal 20$ am Tag. Erstaunlich ist dabei auch, dass bereits 30 Downloads am Tag ausreichten, um diese Platzierung zu erreichen. Bei einer Anzahl von über 1 Milliarde Downloads eine wirklich verschwindend kleine Anzahl. Mit seinen anderen Apps reichten bereits 6-8 Downloads am Tag aus, um es in die TOP-100 der entsprechenden Kategorie zu schaffen. In einigen Kategorien wird die benötigte Anzahl an Downloads sicherlich deutlich höher liegen. Doch geben die Werte schonmal einen guten Anhaltspunkt.

Bei Flurry.com wird ein Erfolgsrezept zum Vermarkten von iPhone-Applikationen beschrieben. Dieses besteht folgerichtig aus einem richtigen Marketingplan, gepaart mit einer tollen User-Experience und einem ordentlichen Konzept zur Verbreitung der Anwendung. Nur wer all diese Aspekte berücksichtigt wird letztendlich die Chance haben erfolgreich Geld mit dem App-Store zu verdienen. Der entsprechende Aufwand, der nötig ist, kann oftmals nur von großen Firmen mit entsprechendem Einsatz von Kapital und menschlichen Ressourcen gemeistert werden.

Mit viel Glück kann aber sicherlich, und das hat die Vergangenheit ja auch bereits gezeigt, jeder ein One-Hit-Wonder landen und großen Erfolg mit einem Programm erzielen. Vieleicht ist diese Aussicht, ähnlich wie beim Lotto spielen auch, der Antrieb für bisher über 200.000 registrierte iPhone-Entwickler.

Wer sich noch weiter mit dem Thema befassen möchte findet beim t3n Magazin noch ein Video von Michael Schade von Fishlabs Entertainment. Dieser gibt in einem Interview einige nützliche Tipps, um Apps erfolgreich im AppStore zu platzieren.

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Comments

3 Kommentare zu “AppStore: Goldgrube oder Friedhof?”

  1. maura on Juli 11th, 2009 22:11

    vielen dank für den artikel und die links.

    als frischgebackener iphoneappersteller sind solche informationen gold wert.

    es ist schon ernüchternd, wenn man seine app frisch im appstore hat und sie nirgendwo auftaucht. nicht unter den neuheiten, nicht in irgendeiner chartseite und selbst in der jeweiligen rubrik ist man bei erscheinungsdatum ruck zuck raus und dümpelt irgenwo dahin, wo man definitiv nicht gefunden werden kann.

    erstaunlicherweise hat dann doch irgendwer das kleine spiel entdeckt und eine wirklich nette und positive rezension geschrieben:
    http://forums.toucharcade.com/showthread.php?t=18335
    man ist also schon mal nicht im wust der neuerscheinungen untergegangen.
    oder doch?
    die downloadzahlen bisher sind eher ernüchternd.

    momentan kann man sich glücklich schätzen, wenn man auf 1000 downloads kommt.
    das würde einem stundenlohn von irgendwas umdie 5,– gleichkommen.
    wenn überhaupt.
    nun, die app ist gerade mal eine woche online und es kann noch was passieren.
    letztendlich hat es aber spass gemacht, das ding zu entwickeln und wir werden weiter in unserer freizeit spiele für das iphone entwickeln, wohl aber mit weniger euphorischen vorstellungen, was den umsatz angeht.^^

    so, jetzt werde ich mir mal die links anschauen.

    mfg.
    maura

  2. admin on Juli 12th, 2009 12:26

    ich habe diese lcd spiele früher geliebt :-) … wirklich tolle idee dieses einmal fürs iphone umzusetzen und respekt das toucharkade euer spiel getestet hat, d.h. ja schonmal was und bringt sicherlich den einen oder anderen zusätzlichen download.

  3. maura on Juli 15th, 2009 19:10

    hallo nochmal.
    also, das review bei toucharcade ist ein userreview und nicht direkt von der redaktion.
    aber immerhin.
    das bedeutet ja, das irgendwer das spiel als besprechungswürdig angegesehen hat.

    aber anscheinend ist der kreis der leute, die solche spiele mögen und auch kaufen äusserst überschaubar.

    die downloadzahlen sind nicht, wie ich bisher geschrieben habe, ernüchternd, sonder treiben einen eigentlich eher in den alkoholismus.

    aber abwarten, vielleicht geschieht ja noch ein wunder.^^

    wir werden aber weiter an iphonespielen arbeiten, wenn unsere zeit das zulässt. die plattform macht einfach spass.

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